Grosser Preis von Baden-Württemberg

 

Podestplatz in Deutschland
Nicolas Christen reiste als Kaderringer von Swiss Wrestling Federation nach Baienfurt an das internationale Ringerturnier. Nach einer mehrwöchigen Erholungsphase mit viel polysportiver Betätigung war es interessant zu erfahren, wie sich das Ganze auf der Wettkampfmatte auswirken würde. Um es vorwegzunehmen: Der Urner zeigte gute Kämpfe und verpasste den Finaleinzug nur um einen einzigen Punkt. Doch der Reihe nach: Im ersten Fight gegen den Österreicher Sandro Greil war die Faktenlage klar: Sieg durch technische Überlegenheit mit 8:0 Punkten. Der nächste Zweikampf entschied im Feld der sieben Teilnehmer bereits um den Finaleinzug. Der für den deutschen Klub Riegelsberg startende Ruhullah Gürler zeigte sich auf der Höhe und forderte Nicolas alles ab. Nach sechs Minuten stand es 3:2 für den Kontrahenten. Somit konnte der Schattdorfer 'nur' noch um Bronze kämpfen. Der Gewinn dieser Medaille war jederzeit auf Seiten des Schweizers, welcher am Schluss mit 6:2 Punkten klar ausfiel. Fazit: Die Wettkampfpause konnte gut gemeistert werden in einem Starterfeld, dass nicht die absolute Spitze darstellte, aber trotzdem ein gutes Niveau aufwies.
Rangliste bis 75 kg im griechisch-römischen Stil:
1. Shota Tutberidze, Mainz D
2. Ruhullah Gürler, Riegelsberg D
3. Nicolas Christen, Swiss Wrestling Federation
Nicolas reiste unmittelbar nach diesem Wettkampf mit zwei Nationalkaderkollegen nach Armenien, wo er nun acht Wochen trainiert und sich auf die im September und November stattfindenden Weltmeisterschaften der CISM (Militär) in Litauen und der U23 in Polen vorbereitet. Gleichzeitig wird er auch mit dem Premium League Team der Ringerriege Schattdorf an der anfangs September startenden Swiss Wrestling WINFORCE League kämpfen. 

Europameisterschaft Aktive Greco in Novi Sad (Serbien)

 

 

Hervorragende Top Ten Klassierung

 

Nicolas Christen war einer der drei Vertreter der Schweiz an der EM in Novi Sad im Greco-Stil. Sowohl im Vorfeld der Wettkämpfe, wie auch bei den Kämpfen selbst machte der Urner ein Wechselbad der Gefühle durch. Wenige Tage vor dem Wettkampf verstarb sein Onkel Toni Christen unerwartet. Einen Tag vor der Abreise nach Serbien durfte er der Beerdigung beiwohnen, was ihm wichtig war. Nicolas Christen zu dieser Situation: „Toni begleitete mich 2015 an die WM in Las Vegas und er machte die Presseberichte. Auch sonst unterstützte er das Ringen, weshalb ich ihm den für mich bislang grössten Erfolg bei den Aktiven widme.“

 

In der bestbesetzten Gewichtsklasse bis 71 kg wurde dem Schattdorfer der Däne Carl Ekstrom zugelost. Diesen Fight ging Nicolas Christen resolut an und er bestimmte den Kampf von A-Z. Wenige Sekunden vor Schluss, beim Punktestand von 6:1, konnte er den Nordländer noch auf die Schultern legen und sich somit die höchste Wertung gutschreiben lassen.

 

Im nächsten Kampf wartete dann ein absoluter Weltklasseringer auf den Schweizer. Der amtierende Weltmeister Balint Korpasi aus Ungarn reichte ihm die Hand. Der sieben Jahre ältere und sehr erfolgreiche Magyare fightete in seiner gewohnt ruhigen Art und setzte Nicolas Christen von Beginn weg unter Druck. Die sehr gute Abwehrarbeit des Urners konnte der Favorit nur einmal durchbrechen und der nachmalige Europameister ging nach sechs Kampfminuten als 4:0 Punktesieger von der Matte. Damit ist auch gesagt, dass durch den Finaleinzug des Ungaren ein weiterer Kampf für den Schattdorfer möglich wurde.

 

Mit dem jungen Österreicher Christoph Burger, welcher schon mehrere Welt- und Europameisterschaften bestritten hat, stand Nicolas Christen kein übermächtiger Gegner gegenüber. Der ausgeglichene Kampf brachte beim Urner ein altes Kampfmuster zu Tage, welches von den Kampfrichtern mit zwei Passivitäten bestraft wurde. Diese 0:2 Punkteniederlage wäre zu vermeiden gewesen und hätte einen Kampf gegen den Vertreter der Türkei um den Einzug in den kleinen Final bedeutet.

 

Trotz dieses bitteren Endes resultierte für Nicolas Christen der neunte Schlussrang, was die erste Top Ten Klassierung des Urners bei den Aktiven und das beste Ergebnis aller Schweizer Teilnehmer an dieser EM bedeutete.

 

Fazit für die Zukunft: Nicolas Christen braucht im Angriff eine Technik, die ihm in kritischen Momenten Punkte einbringen kann. Daraufhin werden die nun folgenden Trainingslehrgänge im In- und Ausland unter anderem ausgerichtet sein.

 

Rangliste -71 kg (27 Teilnehmer):

1. Ungarn

2. Weissrussland

3. Russland und Serbien

5. Türkei und Frankreich

7. Aserbeidschan

8. Bulgarien

9. SCHWEIZ – Nicolas Christen

10. Italien

 

Andreas Vetsch (-66 kg; aus Oberriet-Grabs) und Damian Dietsche (-75 kg; aus Kriessern) bekamen es in der ersten Runde mit hochkarätigen Gegnern zu tun. Vetsch verlor gegen den Olympiasieger von Rio 2016, Davor Stefanek aus Serbien, durch technische Unterlegenheit. In der Hoffnungsrunde stand er wie schon an der U23 EM dem Letten Aleksandrs Jurkjans gegenüber, und auch dieses Mal konnte er leider nicht reüssieren (1:3 Punkteniederlage). Damian Dietsche startete gegen den späteren Europameister aus Bulgarien, Mohamed Abdelslam, mit einer technischen Niederlage. In der Hoffnungsrunde zeigte er gegen den Moldawier Mihail Bradu einen guten Kampf, verlor diesen aber nach Punkten mit 2:6.

 

Im Freistil starteten zwei Schweizer. Randy Vock (-61 kg; aus Freiamt) und Stefan Reichmuth (-86 kg; aus Willisau) bekamen es mit Vertretern aus Moldawien zu tun. Vock wie auch Reichmuth verloren ihre Kämpfe vorzeitig durch technische Unterlegenheit. Da die beiden Osteuropäer ihre nächsten Kämpfe verloren, bedeutete dies für beide Schweizer das vorzeitige Aus.

Europameisterschaft U23 in Szombathely (Ungarn)

 

Überharte Regelauslegung verhinderte echten Kampf

 

Nachdem die drei Schweizer Freistilringer Marc Dietsche (Kriessern), Randy Vock (Freiamt) und Stefan Reichmuth (Willisau) zu Wochenbeginn mit drei fünften Rängen glänzten, wollten es ihnen die beiden Greco-Ringer Nicolas Christen (Schattdorf) und Andreas Vetsch (Oberriet-Grabs) gleichtun.

Als erstes startete am 01. April 2017 (!) der Urner in den Wettkampf. Murat Dag aus der Ringerhochburg Türkei stand ihm in der Gewichtsklasse bis 71 kg gegenüber. Bereits die erste Aktion gab bei den Kampfrichtern zu Diskussionen Anlass, welche schlussendlich mit einer Verwarnung Christens wegen irregulärer Beinarbeit und vier Punkten für den Türken endete. Ein denkbar schlechter Beginn. Der Kampf ging nach dieser Verwarnung in der Bodenlage weiter. Den nächsten Angriff des Türken konnte der Schattdorfer kontern, ja Murat Dag geriet gar in Bedrängnis, was zu einem erneuten Kampfunterbruch führte. Die Wettkampfleiter konsultierten erneut die Videoaufzeichnungen und berieten die Situation. Ergebnis: Keiner der beiden Kämpfer erhielt einen Punkt, was nicht sein konnte. Alfred Ter-Mkrtchyan, Nationaltrainer a.i., verlangte zu Recht eine sogenannte Challenge, eine Neubeurteilung der Situation, die einem Ringer in jedem Kampf mindestens ein Mal zusteht. Die Kampfrichter mussten ihre zuvor bekanntgegebene Entscheidung nochmals beurteilen, und dieses Mal sprachen sie dem Türken zwei Punkte und Nicolas Christen einen Punkt zu. Komisch, dass es so viel braucht, um zu seinen verdienten Punkten zu kommen. Was die Kampfrichter aber bei beiden Videokonsultationen nicht sahen, war eine nicht regelkonforme Verteidigung des Türken. Der Kampf hätte in dieser Situation zugunsten des Urners in der Bodenlage weitergeführt werden müssen. Doch nichts dergleichen. Nach einem weiteren Punkt des Türken wurde der Schweizer mit einer weiteren Verwarnung wegen angeblichen Fingerhaltens eingedeckt, was diesen Fight noch vor Wettkampfhälfte beim Punktestand von 1:9 beendete. Es war kein guter Stern über diesem Zweikampf von Nicolas Christen. Fazit: Es fand kein richtiger Kampf statt, was mitunter die drei Kampfrichter mit ihren diskussionswürdigen Entscheiden - neue Regeln wurden vor wenigen Tagen eingeführt - mit zu verantworten hatten. Ein fader Geschmack über der letzten U23 EM des Schattdorfers.

Nicolas Christen konnte nach diesem Fight nur hoffen, dass der Türke in den Final kommt, um nochmals auf die Matte treten zu können. Den Viertelfinalkampf gewann Murat Dag gegen den Vertreter Weissrusslands nach Punkten, doch im Halbfinal war der mehrfache Kadetten und Junioren Welt- und Europameister aus Georgien Endstation. Der Türke konnte schliesslich noch um Bronze kämpfen, diese verpasste er aber gegen einen Ukrainer äusserst knapp (7:7 Punkte nach der vollen Kampfzeit).

Medaillenränge Gewichtsklasse Greco -71 kg:

1.     Aserbeidschan

2.     Georgien

3.     Ukraine und Ungarn

 

Am Folgetag stand Andreas Vetsch in der Gewichtsklasse bis 66 kg auf der Matte. Seinen ersten Kampf gegen einen Moldawier konnte er nach anfänglichem Rückstand mittels Schulterwurf erfolgreich beenden. Im Viertelfinal war es der Vertreter Lettlands, der sich mit dem Rheintaler duellierte. Die Chancen auf einen Halbfinaleinzug waren sehr gut, doch Glücksgöttin Fortuna war nicht für Andreas Vetsch gestimmt. Nach harzigem Start holte der Ostschweizer Punkt für Punkt auf. Doch eine umstrittene Szene wurde mit vier Punkten für den Letten gewertet, was das vorzeitige Kampfende bedeutete. Da der Balte im Halbfinal gegen einen Ringer aus Polen, dem nachmaligen Europameister, verlor, konnte Andreas Vetsch nicht mehr in das Geschehen auf der Matte eingreifen. Schade um die sehr gute Ausgangslage, welche mit einem Finalplatz hätte enden können. Doch auf den 9. Schlussrang darf Andreas Vetsch, welcher im vergangenen Jahr die Ringerriege Schattdorf in der Mannschaftsmeisterschaft Swiss Wrestling Hutter League verstärkte, stolz sein.

 

 

Internationales Turnier in Kiev (Ukraine)

 

Gesteigerte Leistung in der Ukraine

 

Nicolas Christen reiste mit drei Nationalkaderkollegen zum stark besetzten Turnier nach der Ukraine. Es handelte sich um das zweite Turnier der höchsten Klasse nach Paris Ende Januar. Motiviert nach dem 3. Rang im Turnier in Aarhus (Dänemark) stellte sich der Urner dieses Mal in der Gewichtsklasse bis 71 kg zum Kampf. Ihm wurde der ‚Einheimische’ Ruslan Israfilov, seines Zeichens Vizemeister der Ringermacht Ukraine im vergangenen Jahr, zugelost. Der Schattdorfer musste in den ersten drei Minuten einen Punkt abgeben, was auf eine spannende zweite Kampfhälfte hinwies. Dort konnte sich der sehr erfahrene 33-jährige Ukrainer zwei weitere Punkte gutschreiben lassen. Eine Challenge, d.h. eine Überprüfung einer Aktion, herbeigeführt durch den Schweizer Coach und Nicolas Christen, wurde von den Kampfrichtern negativ beurteilt, was mit einem (kampflosen) Punkt zugunsten des Osteuropäers sanktioniert wurde. Somit verlor Nicolas Christen diesen Fight mit 0:4 Punkten. Sein Gegner musste im nächsten Kampf gegen einen Landsmann die Matte mit einer 1:3 Punkteniederlage verlassen, was das vorzeitige Ausscheiden des Urners bedeutete. Gewonnen wurde diese Gewichtsklasse von einem Iraner, gefolgt von einem Georgier und einem Ukrainer. Beteiligt waren auch noch Kämpfer aus Armenien und Weissrussland.

Im Greco stand noch ein zweiter Schweizer im Einsatz. Andreas Vetsch, Oberriet-Grabs, kämpfte hervorragend, verlor aber knapp mit 4:6 Punkten. Da sein Kontrahent aus Georgien nicht in den Final vorstiess, schied auch er frühzeitig aus.

Gleich erging es den beiden Freistilringern Randy Vock, Freiamt, und Stefan Reichmuth, Willisau. Der Aargauer verlor seinen Fight gegen einen Vertreter aus Weissrussland mit 0:10 Punkten, der Luzerner musste mit einer 4:8 Punkteniederlage gegen einen Ukrainer von der Matte. Die beiden Schweizer konnten nicht mehr in das Wettkampfgeschehen eingreifen, da auch ihre Gegner nicht in die Finals vorstiessen.

 

 

Nicolas Christen reiste nach dem Wettkampf in Kiev nach Armenien, wo das Greco-Nationalkader eine Woche trainiert, bevor eine weitere Dislokation nach Georgien stattfindet. Auch dort wird eine Woche lang an der Form im Hinblick auf die Ende März in Ungarn stattfindende U23 Europameisterschaft gefeilt.

 

 

Nicolas Christen mit Verletzungspech

In Kriessern standen auch die Kadetten und Aktiven im Rampenlicht der attraktiven Landesmeisterschaften. 138 Akteure gingen dabei zur Sache – zehn davon (betreut durch Marco Gisler, Michi Jauch, Mario Jauch und Bruno Epp) seitens der Ringerriege Schattdorf. Überschattet war das Championat im 75-kg-Gewicht durch eine Schulterverletzung, die sich das RRS-Aushängeschild Nicolas Christen zuzog. Der Internationale holte sich die Blessur im Duell gegen Sämi Fuchs, Brunnen, (6:2-Punktesieg). Sie zwang ihn im nachfolgenden Fight gegen Christoph Kirchhofer, Thalheim, beim Stande von 2:2 denn auch prompt zur Aufgabe. Das Vorkommnis macht nähere ärztliche Untersuchungen notwendig.

Trotz gesteigerter Leistung hingen die Trauben zu hoch

Nicolas Christen reiste zusammen mit seinem Nationalkaderkollegen Jonas Bossert, Willisau, zur letzten Qualifikationsmöglichkeit nach Istanbul. In der Gewichtsklasse bis 66 kg im griechisch-römischen Stil traten insgesamt 29 Kämpfer aus der gesamten Welt zum Kampf an. Lediglich die ersten zwei der Rangliste konnten sich noch das Ticket nach Rio sichern.

Dem Schattdorfer wurde der Kasache Magomed Chuhalov zugelost. Dieser Gegner war alles andere als ein einfaches Los. Der gebürtige Russe erkämpfte sich bei den Junioren im Jahre 2011 den Europameistertitel und ein Jahr später wurde er Vize-Weltmeister. Irgendwann danach wechselte er die Staatszugehörigkeit und hätte sich bei der Olympia-Qualifikation der asiatischen Staaten im März dieses Jahres beinahe frühzeitig das Ticket nach Rio geholt (Gesamtdritter).
Den Start des Kampfes diktierte der Favorit aus Kasachstan resolut und hatte nach einer halben Minute sehr viel Glück, dass der Konter des Schweizers nicht zu seinen Ungunsten ausgelegt wurde. Der Kontergriff von Nicolas Christen hätte gut vier Punkte einbringen können. Die anbegehrte Videokonsultation liess jedoch dem Asiaten drei Punkte gutschreiben. Sechs Sekunden vor Halbzeit erhöhte der Kasache auf 5:0 Punkte.
Nach dem Startpfiff zur zweiten Hälfte war es der Urner, welcher die Gangart erhöhte und seinen ersten Punkt erkämpfen konnte. Zwei weitere Punkte des Kasachen nach viereinhalb Minuten bedeuteten bereits das Endergebnis, denn der aktiv geführte Kampf gab keine Punkte mehr her.
Nicolas Christen darf für sich gutschreiben lassen, alles versucht zu haben, den Kampf auf seine Seite zu drehen, doch sein um zwei Jahre älterer Widersacher führte die feinere Klinge. Der Kasache gewann seinen nächsten Fight gegen einen Ringer aus Tadschikistan mit technischer Überlegenheit vorzeitig, bevor er im Viertelfinal gegen den Franzosen, welcher ursprünglich aus Armenien stammen dürfte, eine Punkteniederlage kassierte. Somit war der Wettkampf für den Schattdorfer definitiv zu Ende (Schlussrang 18).

Jonas Bossert gelang in der Gewichtsklasse bis 75 kg ein sehr guter Wettkampf, welcher ihn nur knapp an der Olympiaqualifikation scheitern liess. Nach dem klar gewonnenen Kampf gegen den Tschechen verlor der Willisauer im Viertelfinal nach einem Punktevorsprung gegen den Bulgaren in den letzten zwanzig Sekunden durch eine Viererwertung. Da der Bulgare in den Final einzog, konnte der Luzerner in der Hoffnungsrunde zuerst gegen den Mexikaner antreten und diesen nach Punkten klar schlagen. Somit war der Weg frei, um die Broncemedaille kämpfen zu können. Diesen Fight gegen den Schweden verlor er nach guter Kampfführung mit 0:4 Punkten, was den sehr guten 5. Schlussrang bedeutete.

Dieser fünfte Platz war der beste aller sechs Schweizer, die in Istanbul an den Start gingen, denn auch die vier Freistilringer Randy Vock (Freiamt), Steven Graf (Kriessern) sowie die beiden Willisauer Marco Riesen und Stefan Reichmuth scheiterten spätestens im Achtelfinal.

Nun heisst es, sich bis zu den anfangs Juni stattfindenden Schweizermeisterschaften gut zu erholen, denn die beiden Kämpfe in der 66 kg Gewichtsklasse in der Mongolei und in der Türkei kosteten für den sonst einige Kilos schwereren Urner einiges an Substanz.

Olympia Qualifikationsturnier Ulaanbaatar (Mongolei)

Solide Leistung gegen schwedischen Spitzenringer reichte nicht!

Nicolas Christen startete für die Schweiz in der Gewichtsklasse bis 66 kg im griechisch-römischen Stil und erhielt von den 26 Startenden den starken Schweden Knut Zackarias Tallroth, seinem Aussehen nach ‚der Wikinger‘ genannt, zugelost. Der letztjährige WM-Dritte ging mit viel Elan in den Kampf, doch der Schattdorfer konnte ihm im Standkampf Paroli bieten. Wegen einer Passivität nach gut einer Minute musste Nicolas Christen in die Bodenlage, 
woraus mittels Durchdreher die ersten beiden Punkte für den Nordländer resultierten. Eine weitere Aktion, wiederum ausgehend von einer Bodenlage, brachte dem Schweden erneut mit einem Durchdreher mit dem Halbzeitpfiff die 5:0 Führung ein. Die zweiten drei Minuten waren ausgeglichen, wobei dem Schweden durch ein Foul Punkte richtigerweise nicht zugesprochen wurden. So resultierte gegen den 30-jährigen Routinier eine Punkteniederlage.

Nicolas Christen zeigte sich kurz nach dem Kampf enttäuscht, sieht aber bereits wieder nach vorne und bereitet sich auf die letzte Qualifikationsmöglichkeit anfangs Mai in Istanbul vor. Sein Wettkampf in der gleichen Gewichtsklasse wird am Freitag, 06. Mai 2016, stattfinden.
Der Schattdorfer kann international mit sehr guten Kämpfern über die volle Wettkampfzeit mithalten, doch braucht es noch einen oder besser zwei Griffe, die im Angriff Erfolg bringen, sprich zu Punkten führen können.
Der Schwede verlor seinen Viertelfinalkampf gegen den Vertreter aus Rumänien und späteren Sieger dieses Turnieres klar. In der Hoffnungsrunde siegte Knut Zackarias Tallroth gegen den Norweger nach Punkten und konnte um Bronce gegen den Ringer aus Litauen kämpfen. Diesen Fight dominierte der Schwede, forcierte aber zu stark und lief dem Gegner wenige Sekunden vor Kampfende ins offene Messer und verlor nach Punkten. Der Litauer seinerseits konnte dann gegen den Amerikaner um die Olympiaqualifikation ringen und gewann klar mit 5:0 Punkten, was ihn in Rio auflaufen lässt!


Von der Gewichtsklasse bis 66 kg qualifizierten sich die Vertreter von Rumänien, Finnland und Litauen. Alle anderen, noch nicht qualifizierten Nationen haben in zwei Wochen die letzte Möglichkeit, sich das Ticket nach Rio zu holen. Zwei Startplätze sind noch zu vergeben.

Europameisterschaft U23 Greco in Ruse (Bulgarien)

Nicolas Christen erhielt im 19-köpfigen Starterfeld bis 71 kg im griechisch-römischen Stil den Griechen Vasileios Myxakis zugelost. Nach anfänglichem Abtasten musste der Urner wegen Passivität in die Bodenlage, doch konnte er die wilden Angriffe des Südeuropäers sehr gut verteidigen. In der Folge forcierte der er den Kampf und konnte nach gut zwei Minuten mit 2:0 Punkten in Führung gehen. EM U23 Ruse_Bulgarien 2016-03-29Nur wenige Sekunden danach fehlten lediglich Zentimeter oder aber das Quäntchen Glück, um weitere zwei Punkte gutschreiben zu lassen. Somit ging Nicolas Christen nach drei Minuten Kampfzeit in Führung liegend in die Pause. Die zweite Kampfhälfte war anfänglich ein stetes Hin und Her. Der Grieche konnte zuerst ausgleichen und nach gut vier Minuten mit einem Punkt in Führung gehen. Der Ausgleich durch den Schattdorfer folgte aber postwendend. Nun wurde der Kampf zu einer nervenaufreibenden Angelegenheit, bei welcher jeder Punkt vorentscheidend sein konnte. Eine Minute vor Kampfende riskierte Nicolas Christen am Mattenrand einen Wurf, der nicht sauber ausgeführt wurde und welcher ihm, nach Videokonsultation durch die Kampfrichter, drei Punkte einbrockte. Diese Hypothek vermochte er nicht mehr wettzumachen und der Fight ging mit 3:6 Punkten verloren. 

Nicolas Christen liess nach dem Kampf verlauten, dass er selber nicht nachvollziehen könne, weshalb er am Mattenrand kurz vor Kampfende so viel Risiko eingegangen sei und eine nicht bewusst ausgeführte Aktion ausgeführt habe.

Dem Urner ist zugute zu halten, dass er den Kampf aktiv geführt hat, ihm jedoch in den entscheidenden Momenten noch die Routine in dieser Stilart fehlt und er somit solche Kämpfe auf internationalem Niveau (noch) als Verlierer beendet. Die konsequente Fortsetzung der Trainingsintensität und -qualität wird das Ihrige zu internationalen Erfolgen beitragen, braucht aber entsprechend Zeit.

Der Grieche seinerseits verlor seinen nächsten Kampf gegen den Vertreter aus Aserbeidschan, was das vorzeitige Aus für Nicolas Christen bedeutete.

Wie hoch das internationale Niveau auch in dieser Altersklasse U23 ist, zeigt der Umstand, dass der letztjährige Vize-Europameister (und damalige Erstrundengegner von Nicolas Christen; 2:4 Punkteniederlage) seinen ersten Kampf gegen den Aserbeidschaner nach Punkten verlor und dies für ihn auch bereits das Ende des Wettkampfes bedeutete.

Nicolas Christen wird diese Woche mit der Nationalmannschaft für knapp zwei Wochen nach Weissrussland reisen und dort ein Trainingslager absolvieren. Der nächste Wettkampf findet vom 22.-24. April in der Mongolei statt. Es handelt sich hierbei um das zweite Qualifikationsturnier für die Olympiade in Rio 2016. Nicolas Christen darf diese Chance wahrnehmen, um Erfahrungen auf diesem absolut höchsten Niveau zu sammeln, denn er ist vom Schweizerischen Verband dem Olympiaprojekt 2020 angegliedert.

Rangliste Kategorie bis 71 kg (19 Teilnehmer)
1. Türkei
2. Kroatien
3. Georgien und Aserbeidschan
5. Weissrussland und Ungarn
.
13. Nicolas Christen, Schweiz

Resultate der weiteren Schweizer im Greco-Stil:
Andreas Vetsch (Oberriet-Grabs), Gewichtsklasse -66 kg: Niederlage 0:5 Punkte gegen Bulgarien. Vorzeitiges Ausscheiden.

Damian Dietsche (Kriessern), Gewichtsklasse -75 kg: Achtelfinal Sieg gegen Israel 8:0 Punkte; Niederlagen Viertelfinal gegen Schweden 0:10 Punkte und Hoffnungsrunde gegen Bulgarien 0:5 Punkte. Schlussrang 7!

Europameisterschaften Aktive Greco in Riga

Den Verlauf der Europameisterschaft in der Gewichtsklasse bis 71 kg hatte sich der Urner anders vorgestellt gehabt. Das Los bescherte ihm den Portugiesen Hugo Miguel Da Silva Passos, welcher mit seinen 37 Jahren ungleich mehr Erfahrung auf die Matte brachte.

Der gegenüber dem gross gewachsenen Schattdorfer Ringer untersetzte Westeuropäer nutzte diesen Umstand zur Zweipunkteführung, wogegen sich der Schweizer postwendend einen Punkt gutschreiben lassen konnte. Der weitere Verlauf des Fights gestaltete sich ausgeglichen und keiner konnte weitere Punkte erkämpfen. Erst die forcierte und risikobehaftetere Kampfweise von Nicolas Christen in der zweiten Kampfhälfte erlaubte es dem Portugiesen auf 3:1 Punkte zu erhöhen. Bei diesem Punktestand blieb es dann auch.

Da Da Silva Passos seinen nächsten Kampf gegen den nachmaligen Europameister aus Armenien verlor, war die Meisterschaft für den Urner bereits gelaufen. Unglücklich für ihn war der Umstand, dass der Mattenkampfrichter in der ersten Kampfhälfte den Portugiesen verwarnen und mit zwei Punkten bestrafen wollte und zu diesem Zweck den Kampf unterbrach. Der Hauptkampfrichter sah diese Bestrafung nicht gleich, weshalb die Punkteführung für den Schattdorfer nicht Tatsache wurde. Dies irritierte Nicolas Christen offensichtlich, was in folgenden Kämpfen verbessert werden muss. Schade um die gute Ausgangslage in dieser sehr gut besetzten Gewichtsklasse. Für diese Einschätzung spricht die Niederlage des amtierenden 66-kg-Weltmeisters aus Deutschland, welcher eine Gewichtsklasse höher seinen ersten Kampf ebenfalls nach Punkten verlor und auch keinen zweiten mehr absolvieren konnte!

Rangliste -71 kg (25 Teilnehmer)
1. Armenien
2. Serbien
3. Aserbeidschan und Ungarn
...
19. Nicolas Christen

Den nächsten Wettkampf wird Nicolas Christen über die Ostertage in Rousse (Bulgarien) anlässlich der U23-Europameisterschaften für die Schweiz bestreiten.

Europameisterschaft Aktive Greco in Riga (Lettland)

Nicolas, bis kurz nach der Europameisterschaft noch in der Spitzensport-RS, wurde vom nationalen Verband für die EM der Aktiven in der Gewichtsklasse bis 71 kg im griechisch-römischen Stil nominiert!

2015 SM Aktive Greco Willisau NicolasEr wird seinen Wettkampf am Sonntag, 13. März 2016, haben. Die Vorbereitungen auf diesen ersten Grossanlass im Olympiajahr wurden durch zwei Trainingslehrgänge in Armenien und Weissrussland bewerkstelligt. Es werden für ihn die ersten Europameisterschaften bei den Aktiven sein und die Zielsetzung ist, sich dem internationalen Niveau bei den Aktiven weiter anzunähern.
Für die Schweizerfarben werden weiter im Greco-Stil Jonas Bossart (80 kg), im Freistil Randy Vock (57 kg), Steven Graf (65 kg), Yves Neyer (70 kg), Marco Riesen (86 kg) und Philipp Hutter (97 kg) auf die Matte treten.

Urner Sportlerehrung 2016

Im sehr gut gefüllten Theater Uri fanden sich am Freitag 26. Februar knapp siebzig Sportlerinnen und Sportler wie auch Funktionäre ein, welche vom Kanton Uri, bzw. vom Amt für Kultur und Sport zur Ehrung für ihre Erfolge und Verdienste für den Urnersport eingeladen worden waren.
Regierungsrat Beat Jörg höchstpersönlich nahm die Ehrungen vor. Moderiert wurde der Anlass erstmals von André Schelbert und umrahmt wurden die drei 
Ehrungsblöcke vom hervorragenden Komiker Tom Davis und dem einheimischen Musikerduo seismograph. Aus den Reihen der Ringerriege Schattdorf durften sich Ramon Epp, Nicolas Christen, Simon Gerig, Anja Epp, Thomas Epp und Peter Zberg ehren lassen. Nebst einigen sportlich bedingten Abwesenden (so u.a. Skifahrerin Aline Danioth, Langläuferin Stefanie Arnold und unser Ringer Nicolas Christen wg. Trainingslager in Weissrussland) fanden sich auch so namhafte IMG_7110Sportler wie Andi Imhof (Schwingen), Dominik Planzer/Roman Schneider (Radball), Jolanda Annen (Triathlon) und Dani Arnold (Klettern) auf der Bühne ein. Notabene sind diese letzterwähnten Sportler auch ab und zu bei Heimkämpfen unserer NLA-Mannschaftsmeisterschaft zu sehen. Wie immer wurde der Anlass mit einem reichen und vollmundigen Apéro im Foyer des Theaters Uri abgerundet.

Spitzensport Rekrutenschule 2015/2016 Magglingen

Vom Verband Swiss Wrestling Federation wurden Nicolas Christen (RR Schattdorf) und Stephan Reichmuth (RC Willisau) vorgeschlagen und nach einem nicht einfachen Qualifikationsverfahren auch von der Führung des Bundesamtes für Sport als Rekruten für die Spitzensport RS ausgehoben. Nach einer fünfwöchigen militärischen Grundschulung in Lyss/BE dislozierten die insgesamt 35 Sportlerinnen und Sportler aus verschiedensten Sportarten (Beachvolley, Fechten, Leichtathletik, Curling, Fussball, Badminton, Schiessen und Ringen) nach Magglingen, wo sie ihrer Sporttätigkeit professionell nachgehen konnten. Mit dem Besuchstag am 30. Januar 2016 wurden die Rekruten gleichzeitig zu Sportsoldaten befördert. Die RS dauerte bis zum 18. März 2016, wobei alle Sportlerinnen und Sportler nur noch sporadisch in Magglingen anwesend waren, da sie ihre Trainingseinheiten vorwiegend im Ausland absolvierten. Die Armee zählt auf ihre sportlichen Aushängeschilder und unterstützt diese sehr grosszügig. Diese Verbundenheit Armee und Sport wurde anlässlich der Beförderungsfeier mit einem Handschlag über der Schweizerfahne und dem Singen der Nationalhymne eindrücklich gestärkt. Auch konnten sich die zahlreichen Verbandsvertreter sowie Familien und Freunde in die Geheimnisse der verschiedenen Sportarten fachkompetent einführen lassen. Eine äusserst gute Gelegenheit, das Ringen einem sportlich sehr interessierten Publikum näher zu bringen. Wir wünschen den beiden Sportsoldaten Nicolas und Stephan auch nach Abschluss der RS viel Energie auf dem Weg zu ihrem Olympiaziel.

Nicolas Christen ins olympische Jahr gestartet!

Schattdorfs Aushängeschild Nicolas Christen ist nach der Weihnachtspause bereits wieder hart am Arbeiten!

Nach den Weihnachtsferien, wo er sich von den letztjährigen Strapazen etwas erholen konnte, reiste Nici Anfangs Januar zusammen mit Thomas Epp zum ersten Kaderzusammenzug. In Oberriet/SG konnten die beiden hoffnungsvollen RRS-Athleten optimal ins neue Jahr starten.

Schon kurz darauf ging die Reise nach Saarbrücken/DE weiter. Dort trainierte er für neun Tage mit internationaler Konkurenz aus Deutschland, Österreich, Finnland und Schweden. 

Mittlerweile ist Nicolas wieder in Magglingen. Zusammen mit dem Willisauer Stifi Reichmuth kann er weiterhin hart an seiner Physis arbeiten. Doch nicht lange: Diesen Samstag gehts nach Paris zum internationalen Turnier! Dort bestreitet der Urner am Sonntag bis 71kg (+ 2kg Toleranz) sein erstes Turnier im olympischen Jahr. Danach gilt der Fokus voll und ganz den Qualiturnieren für die Olympiade in Rio. Um für diese gut Vorbereitet zu sein sind noch einige Auslandaufenthalte geplant. So fliegt Nici bereits am 3. Februar weiter nach Yerewan (Armenien). 

Hopp Nici!!

Nicolas Christen im SRF Interview (22.11.2015)!